Motivation

von | Mai 15, 2019 | Motivation

Motivation

„Ich denke zu viel nach, ich warte zu viel ab, ich nehm’ mir zu viel vor,

und ich mach’ davon zu wenig.“

 

(Julia Engelmann)

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Kollektive Demotivation?

Wenn wir in unseren Berufsalltag starten, dann arbeiten sich die meisten von uns von einem schlappen Montagmorgen zu einem erlösenden Freitagabend durch. Mittwochs ist das gefühlte Bergfest, von da an geht es langsam, aber sicher Richtung Wochenende. Doch kaum am Sonntagabend angekommen, gehen wir auch schon wieder in die Erwartungshaltung, dass der Montagmorgen mühselig sein wird.

Es ist schon beinahe eine kollektive Haltung, dass wir uns montagmorgens unmotiviert, müde und fast unwillig zur Arbeit schleppen und erst dann richtig in Fahrt kommen, wenn das Wochenende ansteht.

Wochenenden, Feiertage und Ferienzeit – das ist im Vergleich zu der Zeit, die wir auf unserer Arbeitsstelle oder in der Schule verbringen, die Zeit, von der wir anscheinend nie genug haben.

Anstatt uns nach dem Urlaub auf unseren Job zu freuen, denken viele nur wehleidig an das Ende der Ferienzeit.

Der Urlaub – die schönste Zeit des Jahres – ist ebenfalls eine solche kollektiv verbreitete Annahme.

Wenn wir Urlaub haben, dann können wir endlich einmal machen, was wir wollen. Das setzt voraus, dass wir dies ansonsten wohl nicht können. Zu unserer Arbeitszeit gehört eine ganz bestimmte Empfindung, ebenso zu unserer Freizeit.

Eigentlich sehr schade, dass wir unser Leben so viel mit Arbeitszeit verbringen, die sich nicht wirklich gut anfühlt, oder? Denn dabei handelt es sich doch auch um unsere Lebenszeit! Es wäre doch viel klüger, wenn wir morgens aufstehen und uns schon auf den vor uns liegenden Tag, unsere Kollegen, die Tasse Kaffee auf dem Weg zur U-Bahn und unsere Tätigkeit auf der Arbeit freuen würden.

Was braucht es also, damit wir uns auf das, was vor uns liegt, freuen können?

Kennst du das? Da liegt der 16jährige Teenager den ganzen Tag lümmelnd auf dem Sofa vor dem Fernseher. Bei der Bitte, ob er sich mal um die Spül- oder Waschmaschine kümmern könnte, täuscht er Schwächeanfälle ungeahnten Ausmaßes vor. Fast hat man als Elternteil schon ein schlechtes Gewissen, wenn man ihn dazu anhält, seine dreckigen Klamotten und die fast leere Pizzaschachtel – der Inhalt deutet darauf hin, dass die Schachtel wohl schon etwas länger leer zu sein scheint – wegzuräumen. Der Teenager macht bei solchen Ansagen ein Gesicht, wie es Gefängnisinsassen nur nach monatelanger Folter tun.

Aber kaum klingelt das Handy und sein bester Freund ist dran, um ihn zu fragen, ob er nicht Lust hat, mit ihm ins Kino zu gehen, steht der Teenager wie vom Blitz getroffen aufrecht, benutzt in Lichtgeschwindigkeit Zahn- und Haarbürste, um dann wenige Sekunden später voller Elan in das Auto seines Freundes einzusteigen.

Kino scheint sich zu lohnen, Ordnung zu halten, wohl eher nicht.

Erst die Arbeit – dann das Vergnügen

Leider auch so ein unbrauchbarer Satz, den wir schon seit Kindertagen zu hören bekommen. Noch ehe man eine Ausbildung überhaupt begonnen hat, weiß man intuitiv, dass ab diesem Zeitpunkt das Vergnügen aufhört und der Ernst des Lebens beginnt.

Ernst – wer ist das überhaupt?

Einen Text über Motivation zu schreiben, fällt ja schon ein bisschen schwer. Wir hoffen dennoch, dass es sich lohnt, ihn zu lesen 😊.

Googelt man im Internet nach den Synonymen für Motivation ist das Ergebnis glatt motivierender, als der Begriff Motivation selbst.

Zum Beispiel Beginn, Quelle, Herkunft, Geburt, Ausbruch, Debüt oder Triebkraft und noch viele mehr.

Unsere Einstellung, ob sich etwas für uns lohnt oder nicht, entscheidet tatsächlich darüber, mit wie viel Lust wir an eine Sache herangehen. Die Lust trägt wesentlich zu unserer Lebensfreude bei und entscheidet, ob wir mit unseren Lebensumständen glücklich sind.

Motivation ist eine Angelegenheit unseres Energiehaushaltes

Ein Lebewesen macht von Natur aus nicht mehr, als nötig. Betrachten wir einmal eine Katze. 16 von 24 Stunden schläft sie, etwa vier Stunden scheint sie mit Mäusen und Umherstreunen beschäftigt zu sein und die restlichen vier Stunden liegt sie einfach so herum. Wenn man sie mit einem Spielzeug motiviert, etwas zu toben, dann macht sie dies nur so lange, wie es ihr Freude bereitet. Danach kehrt sie in den Ruhemodus zurück.

Auch wir Menschen haben solch einen innerlichen und ganz natürlichen Ruhemodus, der uns davon abhalten soll, zu viel Energie zu verschwenden. Deshalb fragen wir uns erst, ob es sich überhaupt lohnt, von der Couch aufzustehen, bevor wir es wirklich tun. Wir Menschen sind nicht faul, sondern Energiesparfüchse 😊.

Das Dumme bei der Frage, ob sich etwas lohnt, ist nur, dass es auch unsere Stimmung trübt. Vor allem, wenn es sich nicht lohnt, wir es aber dennoch tun müssen. Summieren sich die Ereignisse oder Tätigkeiten, bei denen es sich scheinbar nicht lohnt, dann wird unser Leben immer unlustiger. Irgendwann lohnt sich dann gar nichts mehr und wir bleiben gleich den gesamten Tag lang im Bett liegen.

In diesem Fall ist die Depression oft nicht mehr weit. Laut Schulmedizin sind die Ursachen für depressive Erkrankungen meist Stoffwechsel- oder Anpassungsstörungen an eine veränderte Lebenssituation.

Depression ist auch ein Zustand, den man so nicht haben möchte. Wenn es sich nicht um eine endogene Depression handelt – also eine Depression, die irgendwo tief aus unserem Inneren kommt und kein Mensch weiß, woher eigentlich – dann ist eine Depression möglicherweise auch eine Aufforderung unserer Seele, die Bereiche unseres Lebens zu ändern, in denen wir uns unglücklich fühlen.

Unglücklichsein kann man trainieren

Am besten damit, dass man sich den ganzen Tag lang sagt, warum sich etwas nicht lohnt.

Unser Gehirn ist zwar schlau, aber letzten Endes doch nur eine Art Computer, in dem pausenlos irgendwelche Programme ablaufen. Wir speichern die entsprechenden Dateien ab und holen sie bei Bedarf hervor, um sie uns anzuschauen.

Ist unser Gehirn nun voll mit Glaubenssätzen und der grundsätzlichen Ausrichtung auf das, was nicht funktionier, dann steht auch das Programm für unseren Alltag fest.

In unserem Gehirn scheint es einen Schalter zu geben, der just in dem Augenblick auf „AUS“ gestellt wird, indem sich für uns etwas nicht lohnt. Aus Spaß wird dann ganz schnell Ernst.

Ernst – wer ist das nochmal?

Dabei hat sich im Außen überhaupt nichts verändert. Nur innerlich fühlen wir uns plötzlich bleischwer. Bis eben gings noch, jetzt scheint man uns Fußfesseln angelegt zu haben.

Aber da ist niemand, der sie uns angelegt hat. Weder der Chef, noch der Lehrer und auch nicht die Eltern. Wir selbst belasten uns oft mit tonnenschweren Bleikugeln, die uns fest auf der Couch verankern.

Das Lohnenswerte finden

Finden wir jedoch Aspekte, warum sich etwas lohnen könnte, dann kann eine Sache, die wir zuvor als sehr mühsam empfunden haben, plötzlich Spaß machen.

Unser Gehirn sieht den Faktor Spaß leider nicht unbedingt als einen lohnenswerten Programmpunkt für unsere Existenz. Grundsätzlich möchte unser Gehirn einfach nur dafür sorgen, dass wir überleben und ist bei dieser Sorge sehr darauf bedacht, dass wir uns nicht aus irgendwelchen, nicht lohnenswerten, fadenscheinigen Gründen überstrapazieren. Um unser Gehirn – hier geht es in erster Linie um unser Emotionalgehirn – zu „motivieren“, auch einmal etwas zu tun, was auf den ersten Blick nicht wirklich dem Überleben dient, können wir es ein wenig austricksen. Wir können ihm Vorschläge machen, warum es sich lohnt, dieses oder jenes zu tun.

Was ergibt für dich Sinn und warum?

Damit unser Gehirn ins Handeln kommt, reicht es leider nicht, ihm nur aufzulisten, was sich alles lohnt. Es ist da sehr genau. Es möchte wissen, warum sich etwas lohnt.

Ein Beispiel: Es lohnt sich, diesen Blog Beitrag zu schreiben, weil du (hoffentlich) Spaß beim Lesen hast. Und dieser Spaß uns sehr viel Freude bereitet 😊.

Oder: Es lohnt sich, heute zur Arbeit zu fahren, weil du dafür Geld bekommst. Von diesem Geld kannst du dann deine Miete bezahlen, dir etwas zu Essen kaufen und deine Kinder versorgen.

Oder: Es lohnt sich, die Fenster zu putzen, weil du hinterher wieder hinausschauen kannst 😊.

Es lohnt sich, deinen Partner oder deine Partnerin zu küssen, weil sich das einfach gut anfühlt.

Und es lohnt sich, weil … vielleicht magst du an dieser Stelle Beispiele aus deinem Leben suchen.

Das Ja – Aber des Gehirns

Unser Gehirn ist, wie gesagt, ziemlich schlau und möchte immer nur eines: Dass wir überleben. Jetzt, wo du für dich alles aufgelistet hast, was sich für dich lohnt und warum es sich für dich lohnt, kommt es plötzlich mit einem „ja, aber…“ daher. Es mag ja sein, dass es sich lohnt, morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen, weil du dafür Geld bekommst und deine Familie damit versorgen kannst, aaaaber, lohnt es sich auch, wenn du nicht genug Geld bekommst?

Lohnt es sich überhaupt in den Urlaub zu fahren, wenn du nur fünf Tage lang frei hast?

Wenn wir denken, dass wir von einer Sache zu wenig haben, dann rutscht unsere Motivation gleich wieder in den Keller. Für etwas, was dann nicht ausreichend da ist, lohnt sich der ganze Aufwand doch gar nicht.

Wenn wir scheinbar von etwas zu wenig haben, dann lassen wir sämtliche Aktivitäten auf der Stelle sein und schauen uns nach etwas anderem um.

Wenn du das Gefühl hast, zu wenig Geld zu bekommen, dann interessiert dich auf einmal dein gesamter Job nicht mehr.

Unser Gehirn schaltet da gleich von 100 auf Null. Wenn wir von etwas zu wenig haben, dann lassen wir es vollkommen fallen.

Es gibt Menschen, die sind zwanzig Mal in ihrem Leben umgezogen, weil keine Wohnung ihren Ansprüchen genügte. Es waren nie genug Zimmer, nie genügend Verkehrsanbindungen, nie genug irgendwas.

Motivation und deren unterschiedlichen Realitäten

Aber all dies sind nur Gehirnpupse, die mit der Realität nichts zu tun haben. Wir haben genug – mehr als genug. Unserem Gehirn geht es ja primär ausschließlich um unser Überleben und wir leben in einem Sozialstaat, in welchem es praktisch nicht möglich ist, zu verhungern. Es handelt sich demnach um ein Missverständnis, an welches unser Gehirn glaubt.

Kommen wir noch einmal zu dem Montagmorgen zurück. Unser Hormonsystem ist sehr empfindlich. Auf größere Schwankungen in unserem Biorhythmus reagiert es sehr schnell mit kleineren oder größeren Unpässlichkeiten. Fast jeder hat nach einer Flugreise schon einmal einen Jetlag erlebt. Der Tag-Nacht-Rhythmus wurde durcheinandergebracht und unser Hormonsystem braucht ein paar Tage, um sich umzustellen.

Auch der Montagmorgen wird oft wie ein kleiner Jetlag empfunden. Und das nur, weil wir am Sonntag statt um 5.30 Uhr erst um 10.00 Uhr aufgestanden sind.

Unser Körper liebt die Routine. Wenn wir jeden Tag etwa zur gleichen Zeit aufstehen, immer die gleich Morgenroutine haben und am besten auch noch immer das gleiche (gesunde) Frühstück verzehren, dann hat er das am liebsten und belohnt uns damit, dass er gut funktioniert und alle notwendigen Hormone sofort parat hat.

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel 😊.

Motivation und der Schweinehund

Der innere Schweinehund ist an und für sich ein possierliches Tierchen, welches leider durch Überfütterung eines Tages derart an Größe gewinnen kann, dass das einfache Gassigehen nur noch sehr schwer, ja geradezu unmöglich, wird.

Um dieses Ausmaß einmal deutlich zu machen, haben wir eine zeichnerische Darstellung gewählt.

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Motivation ist wichtig, doch du findest es nur in dir selbst

Schweinehund am Tag der Geburt

Motivation wird vom inneren Schweinehund unterwandert, wenn er aelter wird

Schweinehund im Alter von vier Wochen

Motivation wird vom inneren Schweinehund intensiver unterwandert, wenn er ausgewachsen ist

Schweinehund mit circa einem Jahr und deutlichen Anzeichen der Überfütterung

Dass das Abspecken in diesem Stadium nicht leichtfällt und einige Mühe kostet, braucht an dieser Stelle wohl nicht erwähnt werden.

Was kann man nun tun?

Wie bei jedem Hund, so tut auch dem Schweinehund Bewegung gut. Zugegeben, er steht nicht unbedingt freudestrahlend und schwanzwedelnd mit der Leine im Maul gleich morgens vorm Bett, um einen zum Spazierengehen abzuholen. Man muss ihn vielleicht mit ein wenig Gewalt unter dem Bett hervorholen und ihn dann mit Nachdruck bis zur Haustür schieben. Aber nach einigen Metern Feldweg wird es dann langsam besser mit ihm.

Bewegung unterstützt Motivation. Und mit jedem Tag wird der Schweinehund ein wenig schlanker, bis er eines Tages die Größe eines Chihuahuas erreicht hat und auch mal schnell unter den Arm oder in die Aktentasche zu packen ist, sollte er aufmüpfig sein.

Es kann auch leicht gehen!

Zwischen dem Zustand, den unser 16jähriger Teenager auf der Couch an den Tag legt und dem Zustand eines Spitzensportlers, der am Startblock einer 400 m Bahn steht, liegt eine ganz schön große Spannbreite. Während unser Teen sich in der totalen Erschlaffung befindet, vollkommen heruntergefahren ist und sich eins mit der Couch fühlt, ist der Spitzensportler, der sich jetzt monatelang auf diesen Wettkampf vorbereitet, unermüdlich trainiert hat, dabei oft über seine Grenzen gegangen ist und nun voller Adrenalin auf den Startschuss wartet, endlich losrennen zu dürfen, in der Überspannung. In dieser Überspannung ist unser Sportler zwar auf das Höchste motiviert. Dies gilt jedoch nur für diesen einen Moment, auf den sich alles zuspitzt. Das ist keine Motivation, die man im Alltag aufrechterhalten könnte.

Aber zwischen diesen zwei Polen gibt es zum Glück auch noch eine Mitte. In der Mitte sind wir weder total erschlafft, noch sind wir in der Überspannung. Wir fühlen uns ausgeglichen, körperlich, seelisch und auch geistig. Wir sind präsent auf allen drei Ebenen. Diese Mitte wird als der Grundtonus bezeichnet.

Grundtonus und Motivation

Befinden wir uns in unserem Grundtonus, dann brauchen wir keine Motivation mehr. Wir agieren aus unserem Sein heraus. Du hast das mit Sicherheit auch schon erlebt! Das sind die Tage, wo sich einfach alles ineinanderfügt, wo du mal eben schnell den ganzen Haushalt schmeißt, nach dem Meeting noch locker die gesamte Geschäftspost erledigst und dann anschließend noch eine Runde Squash spielen gehst und abends immer noch nicht wirklich erschöpft bist.

Das sind Tage, an denen wir uns besonders gut fühlen. Wo alles flutscht und wir eine scheinbar unermüdliche Kraftquelle in uns haben, einfach so. Wir müssen uns zu nichts aufraffen oder motivieren, bzw. uns überreden, etwas zu tun. Nicht nach Gründen suchen, warum es sich lohnt. Wir tun es einfach. Oder besser gesagt: „Es tut sich einfach.“ Im Grundtonus müssen wir nicht einmal mehr darüber nachdenken, was genau zu tun ist, es tut sich einfach. Wir sind in einem Zustand, den der Ferne Osten als „Wu-wei“ – nicht tun – bezeichnet.

Es gibt zahlreiche Meditationsschulen, Bücher und Fernreisen nach Asien, um das „Wu-wei“ zu „lernen“.

Dabei gibt es eigentlich gar nichts zu lernen. Es genügt, in seinem Sein zu sein 😊. Jaha, wirst du jetzt sagen, wenn das mal so einfach wäre!

Es ist einfach – so einfach, dass es schon zu einfach ist! Wir neigen dazu, alles kompliziert zu machen. Wenn asiatische Mönche über Jahrtausende meditieren, um in so einen Zustand zu kommen, dann muss das schließlich eine sehr komplizierte Sache sein. Und ohne Geheimwissen geht das schon gar nicht!

Das “scheinbar” große Geheimnis der Motivation

Weißt du was? Wir verraten dir jetzt und hier, wie das geht.

Denk einmal an deine Kindheit zurück. Die Kindheit kommt uns im Vergleich zu unserem Erwachsenenleben sehr viel länger vor. Während die Zeit im Erwachsenenalter nur noch so dahinrast, hatten wir als Kind scheinbar unendlich viel Zeit. Manchmal so viel Zeit, dass uns sogar langweilig war. Wenn wir gespielt haben, oder malend in ein Bild vertieft waren, dann haben wir die Zeit vergessen. Wir waren Indianer oder Cowboy, hatten eine Bande oder haben stundenlang mit Lego oder Puppen gespielt. Da hat niemand auf die Uhr geschaut. Und wir waren in diesem Zustand bei allem, was wir getan haben! Wir hatten Ausdauer, ohne uns dabei oder hinterher erschöpft zu fühlen. Meist waren es unsere Eltern, die aufgrund ihres eigenen Erschöpfungsgefühls meinten, uns dazu anhalten zu müssen, eine Pause einzulegen. Für uns Kinder war dies damals vollkommen unnötig. Sogar im Gegenteil! Diese erzwungenen Pausen führten oftmals dazu, dass wir unseren Flow verloren.

Dieser Flow ist es, der unser Leben leicht werden lässt. Wir müssen nicht darüber nachdenken, wie wir etwas tun sollten, sondern machen es einfach.

Unser Verstand ist in diesem Zustand hellwach, aber er hat nicht die Führung. Unser Geist ist glasklar, aber er überfordert uns nicht. Und unser Körper fühlt sich gut an, frei von Müdigkeit. Verspannungen oder Schmerzen sind kaum zu fühlen und wenn, dann behindern sie unser Tun nur kaum bis gar nicht. Wir haben die Empfindung, auf allen Ebenen ausgeglichen zu sein. Das ist der Grundtonus.

Vielleicht kannst du dich an eine Situation aus deiner Kindheit erinnern, wo du so empfunden hast.

Den Schweinehund mitnehmen

Wie gelangen wir jetzt jedoch dorthin – vor allem mit einem fetten Schweinehund an unserer Seite?

Den besten Zugang, um in den Grundtonus zu kommen, haben wir über unseren Körper. Und in unseren Körper kommen wir über das Spüren.

Wenn du deinen Körper überall und gleichzeitig wahrnehmen kannst, dann ist er präsent. Und wenn du mit Fühlen beschäftigt bist, kannst du unmöglich mit deiner gesamten Aufmerksamkeit im Verstand sein. Die Energie verteilt sich. War sie zuvor überwiegend im Kopf – wir haben unseren Verstand über so viele Jahre gut trainiert, dass es für uns ganz selbstverständlich ist, fürs Denken die meiste Energie einzusetzen – ist sie jetzt mehr im Körper. Denken können wir natürlich noch immer. Nur denken wir jetzt nicht mehr ständig, dass wir denken. Wir tun es einfach 😊.

Jetzt fehlt noch unsere Seele. Die gehört genauso zu einem wachen Grundtonus wie unser Verstand und unser Körper.

Unsere Seele drückt sich durch Bilder, Emotionen und Empfindungen aus. Manchmal sind unsere Emotionen so stark, dass sie uns übermächtig vorkommen und wir uns ihnen ausgeliefert fühlen. Dann sind wir mit unserer gesamten Aufmerksamkeit bei unseren Empfindungen und fühlen den Rest in uns nicht mehr.

Wenn du deine Empfindungen und Emotionen einmal beobachtest, dann wirst du feststellen, dass du sie in deinem Körper lokalisieren kannst. Sie sind beinahe immer mit einer körperlichen An- oder Verspannung verbunden. Diese Muskelverspannung kannst du aktiv lösen. Schau einmal, was dies mit deiner Emotion macht!

Wenn du magst, dann kannst du dich im Alltag einmal beobachten. Wann bist du mehr im Verstand, wann mehr mit deinen Emotionen beschäftigt und wann fühlst du deinen Körper am stärksten?

Und dann versuch – ganz locker – die Blockaden zu lösen.

Motivation und die Erinnerungen an die Kindheit

Du kannst dich auch auf einem anderen Weg nähern. Erinnere dich einmal an eine Situation aus deiner Kindheit, wo du dich sehr wohl gefühlt hast, wo du ganz und gar in deinem Sein warst. Hast du ein Bild vor Augen? Dann verbinde dich jetzt mal mit diesem Bild. Spür hinein. Wie hast du diese Szene empfunden?

Wenn diese Empfindung in ihrer Gesamtheit spürbar ist, dann mach innerlich ein Foto von dieser Szene. Oder besser, stell dir vor, du könntest die Situation von damals mit einem 3-D-Drucker ausdrucken, samt den wohligen Empfindungen 😊 Und dann speichere es ab.

Wann immer du magst, kannst du dich nun mit der Energie von damals verbinden. Es reicht, ab und zu mal dorthin zu schielen.

Wir wissen heute über die Quantenphysik, dass wir zwei Punkte lediglich gleichzeitig beobachten brauchen und dass sich die Schwingungen beider Punkte dann angleichen. Dabei erfolgt die Anpassung immer an die höhere, gesündere Schwingung. Du kannst dich auf diesem Weg sozusagen mit dir selbst verbinden. Dich mit deiner ureigenen Energie verbinden. Diese ureigene Energie ist auch der Stoff, aus dem unser Grundtonus besteht.

Es braucht kein Training, um in unseren Grundtonus zu kommen. Es braucht nur das Weglassen des überaktiven Verstandes, der körperlichen Verspannungen und des Überangebotes an Emotionen in uns.

Motivation und das Motiv

Kommen wir noch einmal zurück zu unserem Begriff Motivation. In dem Wort Motivation steckt das Wort Motiv – das begegnet uns meist sonntagabends beim Tatort 😊. Ein Motiv zu haben, bedeutet, ein Bedürfnis zu haben. (Der Mörder hat das Motiv, sein Opfer zu ermorden 😊).

Unsere Motivation richtet sich also auch nach unseren Bedürfnissen. Je stärker ein Bedürfnis empfunden wird, desto höher ist auch unsere Motivation, dafür zu sorgen, dass wir es erfüllt bekommen. Ein Bedürfnis ist immer ein Mangelempfinden. Wir haben von irgendetwas nicht genug, brauchen etwas. Dieses Bedürfnis treibt uns an. Motivation aufgrund eines Bedürfnisses wird damit weniger angenehm und mehr als innerer Antreiber empfunden. Wir treiben uns selbst an, damit wir den Mangel in unserem Leben abstellen können. Gelingt uns dies – okay. Gelingt uns dies auf Dauer nicht und treiben wir uns weiterhin an, dann erschöpfen wir mit der Zeit auf der Jagd nach unserer Bedürfnisbefriedigung, oder wir geben, wie ganz oben bereits beschrieben, entmutigt gleich ganz auf, weil sich etwas einfach nicht lohnt.

Ob wir uns für etwas motivieren können, hängt aber auch davon ab, wie viel Energie wir in die Vorstellung des erwünschten Endzustandes investieren sollten.

Motivation, das Leben und seine Tücken

Stell dir einmal die folgende Situation vor. Du liegst mit deiner Partnerin im Bett. Ihr habt euch schon den gesamten Tag auf diesen Abend gefreut – die Kinder sind bei der Oma – und ihr habt endlich einmal Zeit für euch und ungestörten Sex.

Ihr seid gerade so richtig dabei und du greifst in die Schublade deines Nachttisches, um ein Kondom herauszuholen. Aber ohwei – in der Schublade befinden sich keine Kondome mehr! Sie sind leer. Und ihr habt schon so viele Kinder! Im Bad könnten noch welche sein.

Invest vs. Motivation

Noch ist das Investment im Vergleich zur Motivation sehr viel geringer.

Der Aufwand, ins Bad zu gehen, ist zwar etwas lästig, aber die Vorfreude auf gleich, lässt dich ganz mühelos die Treppe hinuntergehen. Im Bad angekommen, durchsuchst du das Regal. Normalerweise liegen die Kondome immer an einer ganz bestimmten Stelle. Aber so ein Mist, sie scheinen auch dort alle aufgebraucht zu sein. Vielleicht sind in der Jackentasche noch welche? Noch steht alles 😊 und die Motivation ist noch um einiges höher als die Anforderung, die es zu erfüllen gilt.

Aber auch in der Jackentasche sind keine mehr. Deine Partnerin ruft bereits von oben nach dir, was denn da so lange dauert?

Jetzt bleibt nur noch die Tankstelle. Dazu musst du das Auto bemühen. Und dich erst einmal anziehen. Die Anforderung im Vergleich zur Motivation ist jetzt doch deutlich gestiegen. Als du endlich angezogen im Auto sitzt – es ist übrigens der kälteste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – da springt dein Auto nicht an.

Vielleicht hat dein Nachbar ein Überbrückungskabel für die Autobatterie. Als du aus dem Auto austeigst, kommen dir leise Zweifel, ob sich der ganze Aufwand überhaupt noch lohnt. Vom Hof aus siehst du, dass im Badezimmer Licht brennt. Deine Partnerin steht bereits unter der Dusche.

Dies bedeutet das Ende deiner Motivation. Das Investment ist einfach zu hoch.

Die Aufgabe ist die Lösung

Manchmal liegt in der Aufgabe einer Anstrengung auch die Lösung! Wenn wir es schaffen, uns von dem Widerstand zu lösen, es unbedingt anders haben zu wollen, als es gerade ist, dann kommt Bewegung in die Sache.

Es bewegt sich von allein, einfach so – durch Nichttun.

(Vielleicht möchte deine Partnerin an dieser Stelle ja doch noch ein Kind? 😊)

Den Widerstand annehmen

Manchmal sind wir so voller Widerstände, dass wir uns erst einmal vom Widerstand gegen den Widerstand lösen sollten 😊.

Wir können nämlich ebenso widerspenstig sein wie unser Schweinehund.

Würdest du dich denn von dem Widerstand lösen, wenn du könntest? Und wenn ja, wann?

Wir können uns motivieren, wenn sich etwas lohnt, wenn wir eine Vorstellung realisieren, innere Missstände in Balance bringen, uns unsere Wünsche erfüllen oder dem Ruf unserer Seele folgen.

Aber wir können das mit der Motivation auch einfach lassen und uns nur darum kümmern, unseren Verstand, unsere Seele und unseren Körper auf ein Level zu bringen, auf dem das Leben einfach aus sich selbst heraus entsteht.

Wenn wir uns ständig in einer Lebenssituation befinden, die für uns nicht stimmig ist, dann nutzt es uns auch wenig, uns immerzu anzutreiben. Dies kostet Kraft und führt zu einer dauerhaften Erschöpfung, wenn wir es über eine lange Zeit so betreiben.

Wäre es nicht ein motivierender Gedanke, wie lebendig die Empfindung ist, wenn du mit deinem Leben stimmig bist?

Wenn wir beginnen, in unserem Leben aufzuräumen und unser Leben so zu gestalten, dass wir uns stimmig mit uns selbst fühlen, dann fällt im Äußeren alles ganz von allein an seinen Platz.

Stimmigkeit bringt Motivation

Wenn wir stimmig mit uns sind, dann sind wir wie der Strom des Wassers eines Baches, der noch seine natürlichen Windungen hat. Wir folgen einfach dem Strom des Lebens – alles ist in Bewegung.

Aus der Wasserforschung weiß man heute, das Quellwasser das gesündeste Trinkwasser ist. Aufgrund der Verwirbelungen durch die natürlichen Hindernisse des Flussbettes, wird das Wasser-Cluster so aufgebrochen, dass es zellverfügbar ist. Dadurch kann es von unserem Körper besser aufgenommen werden. Dieses Wasser ist anpassungsfähig.

Werden wir zum Quellwasser unseres eigenen Lebensflusses, sind auch wir „zellverfügbar“ – verfügbar für die Lebensereignisse in unserem Leben. Wir sind nicht im Widerstand mit ihnen, sondern können uns anpassen und uns von ihnen lösen, damit unser Leben nicht stagniert und wir uns weiterentwickeln können.

Widerstand verringert Motivation

Es ist nicht die fehlende Motivation, die uns unmotiviert durchs Leben wandeln lässt, sondern der Widerstand gegen das, was gerade ist.

Wenn du magst, dann beobachte dich einmal im Alltag. Wo empfindest du überall Widerstand?

Vielleicht bereits morgens beim Aufstehen? Oder beim Öffnen deines E-Mail- Postfaches? Der Widerstand, einkaufen zu gehen?

Beobachte dich einmal eine Weile und stelle nur fest, wo genau du Widerstände empfindest. Vielleicht wirst du überrascht sein, wenn du beobachtest, dass das ganz schön viele Widerstände sind, die dir in deinem Alltagsleben begegnen.

Wenn du es schaffst, dich immer wieder von diesen Widerständen zu lösen beginne am besten mit den etwas leichteren Widerständen – dann wirst du bemerken, dass dein Leben leichter wird. Durch das Loslassen von Widerständen setzen wir unseren Schweinehund auf Diät. Dies führt dazu, dass er von Mal zu Mal schrumpft.

Es ist nicht die fehlende Motivation – es ist das Festhalten von Widerständen, welches das Leben anstrengend macht.

Die Frage besteht jetzt nur darin, welche Motivation braucht es, damit du bereit bist, dich von deinen Widerständen zu lösen 😊?

Warum könnte sich das lohnen? Ganz einfach – weil das Leben richtig richtig toll sein kann, wenn wir die Dinge annehmen, so wie sie sind.

To do statt To be

Wenn du ein Macher bist

Um in unserem Leben aufzuräumen, können wir noch von einer ganz anderen, aktiven Seite herangehen. Die Motivation kommt in diesem Fall beim Tun. In der Regel besitzt jeder eine Küche oder hat zumindest eine zur Verfügung.

Ja, auch ein Krieger besitzt eine Küche 😊.

Dort beginnt der erste Schritt für ein freies Leben. Es gibt nur eine Aufgabe, die hier zu tun ist – aber diese sollte ohne Ausnahme durchgehalten werden (Krieger lieben im übrigen Tugenden wie Disziplin!)!

Die Küchenspüle ist immer aufgeräumt und sauber. Jedes Glas, das benutzt wurde, wird wieder weggeräumt, jeder Teller, jede Gabel und jede Tasse wird gleich nach Gebrauch gespült und in den Schrank sortiert. Auch alle Krümel, Essensreste und benutzten Kaffeefiltertüten werden gleich entsorgt. Die Spüle und die Ablageflächen sowie der Wasserhahn sind immer sauber.

Das ist alles.

Und das soll jetzt mein Leben ordnen? Jawohl!

Ordnung bringt innere Ruhe

Jedes Mal, wenn du nun in die Küche kommst, ist die Küchenspüle ein Platz der Ordnung, auch wenn der Rest des Hauses oder der Wohnung einem Messi-Haushalt gleichen sollte.

Die Energie dieses immerzu aufgeräumten Ortes ist nicht zu unterschätzen! Die Küchenspüle wird zu einem Ort des Durchatmens im Lebenschaos und eines Tages zu einem Ort der Freude. Du kommst nach Hause – noch ist nichts in deinem Leben geordnet – aber sobald du bewusst deine Küche betrittst, beginnst du dich über diese freie Energie zu freuen. Und dies zieht weite Kreise.

Nach und nach beginnst du, über die Küche hinaus, im Bad beständig Waschbecken und Klo sauber zu halten. Du tust dies ganz mühelos, nebenbei beim Zähneputzen. Du merkst es nicht einmal, dass du es tust. Du tust es einfach! Und so zieht sich das nach und nach durch die gesamte Wohnung. Und eines Tages sind alle Oberflächen frei. Materie bindet nämlich Energie! Und diese nun frei gewordene Energie steht dir jetzt zur Verfügung.

Plötzlich bist du motiviert, auch einmal in den Ecken und Schränken aufzuräumen, in denen du Dinge verwahrst, die der Schweinehund im Laufe der Zeit so angeschleppt hat. Du bist motiviert, dein ganzes Haus aufzuräumen, umzuräumen, neu zu gestalten – und es fällt dir leicht! Immer mehr Energie wird frei. Du beobachtest, was dich alles bindet und deine Energie blockiert. Und du beobachtest, dass du vielleicht auch einmal in deiner Partnerschaft aufräumen könntest, oder in deinem Freundeskreis. Du schmeißt Glaubenssätze raus, die dir nicht mehr dienlich sind und mit jeder alten Socke, die du entsorgst (die andere hat die Waschmaschine gefressen), fliegt auch ein Gedanke raus, der dich daran hindert, ein Leben nach deiner Wahl zu führen.

Und alles beginnt mit deiner Küchenspüle!

Das ist „Feng Shui“ für den Haushalt. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, kannst du dies in dem Buch „Die magische Küchenspüle“ von Marla Cilley und Gudrun Schwarzer nachlesen.