Wertschätzung

von | Feb 12, 2019 | Wertschätzung

Wertschätzung

und was sie mit Glück zu tun hat.

„…Ich erwart’ nicht viel von diesem Moment.

Ich will, dass er perfekt ist, dass er echt ist – dass er echt ist…“

 

(aus dem Lied “Echt”)

Diese Zeilen kommen dir vielleicht bekannt vor. Sie stammen aus dem Song „Echt“ von Glasperlenspiel, welcher oft im Radio gespielt wird.

Auch beim Thema „Wertschätzung“ ist es wichtig, dass es echt ist.

Wertschätzung ist ein Wort, welches heute sehr häufig gebraucht wird. Und auf den ersten Blick meinen wir auch gleich verstanden zu haben, was dies genau bedeutet. Wenn man jedoch einmal nach den Synonymen zu diesem Wort googelt, werden ganze 339 Begriffe aufgelistet, die mit Wertschätzung in Zusammenhang gebracht werden. Worte wie Anerkennung, Achtung, aber auch Macht, Führung, Kraft, Größe und Elite. Auf den ersten Blick erschließt sich nicht direkt, was insbesondere die letzteren Begrifflichkeiten mit Wertschätzung zu tun haben sollen.

Dazu später mehr.

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Wofür brauche ich Wertschätzung überhaupt?

Um für etwas Wertschätzung zu empfinden, braucht es Wachheit und Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit für die Dinge, die einen täglich umgeben. Fangen wir einmal bei der Wertschätzung für materielle Dinge an. Wenn du morgens am Frühstückstisch sitzt und eine Tasse heißen Kaffee in deinen Händen hältst, dazu ein frisches Croissant mit etwas Butter und Honig – bist du dir dessen dann bewusst?

Wenn du diesen Text liest, lebst du sehr wahrscheinlich in einem Land, in welchem es selbstverständlich ist, dass man Wasser in Kisten kaufen kann, für ein warmes Zuhause nur die Heizung aufdrehen muss und eine Pizza auf Wunsch gebracht bekommt, wenn es einen danach verlangt. Wir sind reich – zumindest materiell gesehen. Aber fühlen wir uns auch so?

Ohne Wertschätzung ist der reichste Mensch innerlich der ärmste.

Und umgekehrt braucht es nur ein wenig Wertschätzung und man kann als einer der glücklichsten Menschen in einer Höhle leben.

Stell dir einmal vor – und dies ist gar nicht einmal so abwegig – bei Bauarbeiten hat ein Schaufelbagger aus Versehen ein wenig an einem Telekom-Kabel genagt. Und nun liegen die Telefonleitungen still. Auch das Internet funktioniert von hier auf jetzt nicht mehr. Kein Bit und kein Byte werden weitergeleitet. Du kannst weder telefonieren, noch E-Mails verschicken und auch kein Rezept bei Chefkoch mehr googeln. Kein Internet, kein Facebook. Je nachdem wo du lebst, ist die gesamte Verbindung nach außen gekappt. Wenn du eine wichtige Nachricht für jemanden hast, müsstest du sie jetzt persönlich überbringen, oder einen Brief schrieben. Ein Fax zu schicken, geht ja auch nicht. Deine Kinder könnten dich nicht erreichen, wenn sie wieder einmal den Bus verpasst haben und im Notfall müsstest du deinen Nachbarn um eine Herzdruckmassage bitten, weil auch die 112 nicht erreichbar wäre.

Unser Leben wird von hier auf jetzt sehr viel stiller, was manchmal auch angenehm sein kann, aber nach ein paar Tagen – die Telekom ist ja gelegentlich etwas träge, was die Beseitigung von Störungen angeht – fällt eine derartige Kontaktlosigkeit doch ins Gewicht, weil nichts mehr geht.

Und dann ist plötzlich alles wieder da. Internet, Telefon, Facebook. Alles wieder ganz leicht erreichbar. Du atmest auf. Kannst du diese Erleichterung fühlen?

Auf einmal bist du dankbar für etwas, das normalerweise so sehr zu deinem Leben gehört, dass du es nicht einmal mehr bewusst wahrnimmst.

Wie aus dem Leben

Ein weiteres Beispiel. Neulich teilte uns die Stadtverwaltung mit, dass das Wasser aufgrund einer toten Maus im Hochbehälter für einige Zeit abgeschaltet werden muss. So gab es den gesamten Tag über kein fließendes Wasser. Auch wenn man sich darauf vorbereiten kann, da es ja rechtzeitig angekündigt wurde, dreht man doch automatisch immer wieder den Wasserhahn auf, weil man nur einmal kurz die Hände waschen oder einen Schluck Wasser trinken möchte. Um Zähne zu putzen, duschen zu gehen oder zu putzen muss man sich vorher Wasser in Flaschen, Kanister oder Eimer abgefüllt haben.

Und dann ist ganz plötzlich alles wieder da. Du drehst den Wasserhahn auf und das Wasser kommt. Das fühlt sich leicht an. Kannst du dir die empfundene Wertschätzung für das fließende Wasser vorstellen?

Wertschätzung macht auf Dauer dankbar. Wenn du damit beginnst, die Dinge in deinem Leben wertschätzend zu betrachten stellt sich die Dankbarkeit eines Tages von ganz allein ein.

Aus Dankbarkeit entsteht Freude, aus der wiederum Glück hervorgeht.

Freude und Glück sind Emotionen, die eine starke Energie haben.

Und wie wir aus der Physik wissen, ist Materie verdichtete Energie.

Wie gelangt man nun zu Freude und Glück während man vor Kaffee und Croissant sitzt?

Am besten beginnt man an der Stelle, wo man sich gerade befindet. Bist du viel im Kopf, ein Verstandesmensch? Dann kann es sinnvoll sein, ganz pragmatisch vorzugehen und sich jeden Tag fünf Minuten Zeit zu nehmen, alles aufzulisten, wofür man Wertschätzung empfindet. Beginne ruhig mit den ganz kleinen Dingen aus deinem Alltag: einer Tafel Schokolade, die dir die Mittagspause versüßt, die ersten warmen Sonnenstrahlen, die Schuhe an deinen Füßen, das saubere Wasser aus der Leitung.

Vielleicht bist du anfangs noch etwas muffelig bei der Sache, weil die Aufmerksamkeit zu lange auf dem lag, was in deinem Leben alles nicht okay ist.

Wir haben verlernt, unsere Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was wir haben und uns Freude macht. Bei vielen liegt der Fokus auf dem, was fehlt oder wenig Freude macht. Im Privaten wie im Beruflichen.

Das wird schnell besser, je öfter man es tut!

Das altbekannte Dankbarkeitstagebuch

oder die Frage, ob du es wirklich jemals geschrieben hast

Wenn wir nun kontinuierlich jeden Tag fünf Minuten lang alles aufschreiben, was wir wertschätzen – dann geschieht etwas Erstaunliches! Nach etwa ein bis zwei Wochen verändert sich unser Fokus. Automatisch richten wir unseren Blick plötzlich auf die Dinge, die wir toll finden. Und ganz sanft beginnen wir ein leises, dankbares Gefühl wahrzunehmen. Bleib dran! Mach weiter. Werde dir weiterhin bewusst, was du in deinem Leben alles bereits hast. Es dauert nicht lange, dann wird diese Dankbarkeit immer lauter, immer stärker. Eines Tages wachst du auf und bist dankbar – für den Tag, der vor dir liegt, für dich!

Es geht jedoch noch weiter. Je länger du bei deiner begründeten Wertschätzung bleibst, verwandelt sich die Dankbarkeit in Freude. Im Außen hat sich bis jetzt noch nichts verändert. Alles ist noch beim Alten. Aber innerlich ist etwas geschehen. Du fühlst dich glücklich. Einfach so. Oder wegen einer Tasse Tee, eines funktionierenden PCs oder der Katze auf deinem Schoß.

Das Beste kommt jedoch noch! Der Stoff, aus dem unsere Gefühle und Emotionen bestehen, ist Energie. Und aus Energie entsteht Materie. Da Energie immer der Aufmerksamkeit folgt, vermehren sich auf einmal die Dinge in unserem Leben, die uns Freude machen.

Glück ist also nicht Glücks-, sondern Aufmerksamkeitssache.

Was die Gehirnforschung dazu sagt

Heute weiß man aus der Gehirnforschung, dass es etwa 21 Tage braucht, bis unser Gehirn beginnt, aus Wertschätzung Glück zu machen. Drei Wochen für ein glückliches Leben. Wir finden, dass dies einen Versuch wert ist!

Und jetzt, wo du erfahren hast, wie sich dauerhaftes Glück anfühlt, magst du es vielleicht weitergeben. An deine Kollegen, deine Mitarbeiter, deine Freunde und deine Familie.

Wie viel Wertschätzung empfindest du für deine Mitmenschen? Trittst du, wenn du deinen Kollegen im Büro begegnest, in echten Kontakt?

Was ist überhaupt echter Kontakt?

Echter Kontakt kommt aus unserem Sein heraus. Wir alle fühlen sehr schnell den Unterschied eines unechten und eines echten Kontaktes. Dazu ist es nicht nötig, jemanden zu berühren. Wir haben dies so sehr verlernt, dass wir fast ein bisschen erschrecken, wenn wir tatsächlich einmal echten Kontakt erleben. Dies liegt auch daran, dass wir mit uns selbst kaum mehr in Kontakt sind.

Was weiß dein Kopf von deinem restlichen Körper? Kannst du ihn in seiner Gesamtheit wahrnehmen? Aus einem guten Kontakt zu uns selbst entsteht auch ein guter Kontakt zu unseren Mitmenschen. Dazu braucht es jedoch etwas Achtsamkeit sich selbst gegenüber. Die Fähigkeit, sich selbst zu spüren. Wenn du auf die Schnelle nicht weißt, wie du das anstellen sollst, dann versuche einmal nur den Boden unter deinen Füßen zu spüren. Das klappt auch mit Schuhen. Der Boden ist immer da, man kann jederzeit zu ihm Kontakt aufnehmen und ihn spüren.

Dies kann man üben – immer und überall! Zum Beispiel im Supermarkt an der Kasse. Während die Kassiererin noch die Waren über das Band zieht, kannst du in dich und deine Füße hineinspüren. Und wenn du dann bei dir angekommen bist und der Supermarktmitarbeiter die Rechnung präsentiert, dann spüre, was du empfindest, wenn du aus deinem Sein heraus mit ihm in Kontakt gehst. Lass dich überraschen, was passiert! Ein einfacher Augenkontakt, ein Einfaches „Hallo“ oder „Auf Wiedersehen“ werden sich erfüllend und bereichernd anfühlen. Auf wundersame Weise verlassen wir den Discounter genährt.

Was ist passiert? Im Grunde nichts – wir sind nur in Kontakt getreten.

Die Wertschätzung in der Firma

Ist dir bewusst, dass die Menschen in deinem Unternehmen dir pro Tag etwa acht Stunden ihrer Lebenszeit widmen?

Jetzt wirst du vielleicht sagen „Ja, aber ich bezahle sie ja auch dafür“. Dies ist richtig, aber wie viel Wert hat eine Stunde Lebenszeit? Und vor allem, wie viel ist dir deine eigene Lebenszeit wert? Und ist Geld wirklich die einzige Art, diesen Wert anzuerkennen?

Wertschätzung kann dazu beitragen, die Zeit zu vergessen. Sie kann uns mit tiefstem Glück erfüllen. Wer voller Glück ist, ist voller Leben.

Wie wäre es mit einer kleinen Runde Wertschätzung für deine Mitmenschen? Aber echt sollte sie sein! Dazu braucht es auch ein gewisses Maß an Nähe. Es erfordert anfangs vielleicht ein bisschen Mut, in echten Kontakt zu treten.

Wir denken, dass wir dies doch eigentlich immer tun. Wenn wir jedoch ehrlich zu uns selbst sind, scheuen wir echten Kontakt häufig wie der Teufel das Weihwasser.

Dabei ist Kontakt etwas ganz Wunderbares!

Was schätzt du konkret an deinen Kollegen und Mitarbeitern?

Überdies ist Wertschätzung die Grundlage für Erfolg. Aber auch hier sollte sie echt sein! Und sie sollte von Herzen kommen. Es wird nicht funktionieren, wenn du Wertschätzung benutzt, um etwas bestimmtes zu erreichen. Du solltest niemals wertschätzen „um zu…“, sondern immer nur, weil du es auch tatsächlich so empfindest.

Wie lässt sich Wertschätzung für andere Menschen nun einfach in den Alltag integrieren?

Egal, ob du als Führungskraft eine große Firma leitest oder als Mutter das kleine Familienunternehmen – wenn es um Wertschätzung geht, funktioniert dies ähnlich wie bei materiellen Dingen.

Zuerst sind es die kleinen Eigenschaften, auf die wir bewusst unsere Aufmerksamkeit richten können. Die Haarsträhne des Partners, die süß-kringelnd auf seine Schulter fällt. Die kleinen Lachfältchen, welche das Gesicht unseres Gegenübers verschönern, wenn es uns anstrahlt.

Lass mal deinen Blick weit und weich auf der anderen Person ruhen. Was macht diesen Menschen aus? Was macht ihn so einzigartig?

Auch hierbei handelt es sich um Energie. Spürbare Energie! Für denjenigen, der diese Energie empfängt, kann sich dies anfühlen wie eine Massage.

Stell dir einmal vor, wie sich deine Kunden fühlen, wenn du ihnen auf diese Art und Weise begegnest. Mit viel Wertschätzung für ihr entgegengebrachtes Vertrauen, dafür, dass sie gerade dich beauftragt haben, dich damit nähren. Und vielleicht fällt dir auch noch etwas auf, das dir an deinen Kunden ganz besonders gefällt. Vielleicht ist dies etwas, das gar nichts mit der Arbeit zu hat.

Wertschätzungs- statt To-Do-Liste

Gehen wir auch hier noch einen Schritt weiter. Wie wäre es, wenn du die Leitung des nächsten Firmenmeetings mal nicht mit der To-Do-Liste beginnst, sondern mit einer kleinen Wertschätzungsübung? Jeder Mitarbeiter am runden Tisch bekommt für einen kurzen Augenblick die Aufmerksamkeit der anderen geschenkt und darf die wertschätzenden Momente seiner Kollegen spüren.

Als Chef bist du in der glücklichen Lage, den Anfang machen zu dürfen. Wie viel Freude kannst du deinen Teammitgliedern entlocken, wenn du ihnen ein Lob für ihre Arbeit aussprichst? Oder ein Kompliment für ihre Zuverlässigkeit? Für ihre freundliche Art am Telefon oder an der Rezeption? Oder dafür, dass sie sich auch zwischenmenschlich umeinander sorgen?

Über welches Kompliment würdest du dich freuen? Aber, wir erinnern uns – echt sollte es sein! Wenn dir das mit dem „echt sein“ allerdings noch nicht so leicht fällt, dann stell dir einmal die Frage: „Wenn ich an meinem Mitarbeiter etwas wertschätzen könnte, was wäre dies?“

Was Wertschätzung bewirken kann

Wie echte Wertschätzung funktioniert, zeigt beispielsweise die Geschichte eines Restaurantbesitzers, der es sich zu eigen gemacht hatte, seine Kunden zu wertschätzen. Dazu hatte er für sich das Ritual entworfen, jeden Kunden mit einem wertschätzenden Satz zu begrüßen. Und zwar mit etwas, das er an dem jeweiligen Kunden wirklich ehrlichen Herzens wertschätzen konnte. Eines Tages betrat eine junge blonde Frau seinen Laden und er begrüßte sie mit dem Satz: Ich finde ihre Kurzhaarfrisur passt wirklich ausgezeichnet zu Ihnen.“ Woraufhin die Kundin antwortete: „Ja, ich habe meine Chemo-Therapie gerade erfolgreich abgeschlossen. Ich habe den Krebs besiegt und möchte jetzt mein Leben wieder genießen.“

Obwohl diese Situation für einen Außenstehenden heikel anmutet, war die Ehrlichkeit der Wertschätzung für die Kundin deutlich zu spüren und sie konnte trotz ihrer schmerzlichen Vorgeschichte den echten Kontakt, der dadurch stattfand, genießen.

Folgen mangelnder Wertschätzung

Oft begegnen wir uns jahrelang Tag für Tag und wissen doch kaum etwas über unsere Mitmenschen. Zudem fühlen wir uns meist auch selbst nicht gesehen, verstanden und im schlimmsten Fall unsichtbar. Die Folgen davon sind häufig Depressionen und chronische Krankheiten. Immer mehr Menschen werden aufgrund psychischer Krankheiten für lange Zeit krankgeschrieben, manchmal sogar zeitlebens.

Oft ist nicht der Stress auf der Arbeit, es ist die mangelnde Wertschätzung und das fehlende Stressmanagement.

Die Arbeit einer Hausfrau ist umgerechnet etwa 4.765 € pro Monat wert. In der Regel bekommt sie dafür jedoch kein Geld, sondern arbeitet aus Liebe heraus für ihre Familie unentgeltlich beziehungsweise nur für Kost und Logis. Ohne Wertschätzung dafür, dass sie täglich die Wäsche wäscht, ihre Kinder umsorgt, kocht, putzt und Haus und Garten pflegt, würde sie eines Tages ausbrennen. Burnout entsteht nicht durch den Job, sondern durch pausenlose Überforderung und fehlende Dankbarkeit für die getane Arbeit. Geld allein ist eben nicht Anerkennung genug. Sonst würden nicht so viele Spitzenverdiener aufgrund von Erschöpfung das Handtuch schmeißen.

Gallup und die Wertschätzung

Mangelnde Wertschätzung verhindert auch die emotionale Bindung von Mitarbeitern an ihr Unternehmen, wie eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes Gallup zeigt. Die Gallup GmbH analysiert und berät Firmen, insbesondere, wenn es um die „weichen“ Faktoren in einem Unternehmen geht.

Die Auswertung der Gallup-Studie stellte den Führungskräften kein gutes Zeugnis aus. In erster Linie wurde die fehlende Motivation der Mitarbeiter durch die Führungskräfte, mangelndes Lob und der geringe Spielraum der Kollegen für Eigeninitiative bemängelt.

Wie sich dies anfühlt, können auch junge Mütter nachempfinden. Hatten diese vor der Geburt ein engagiertes Berufsleben, kann die Betreuung eines Kleinkindes bis zum Boreout führen. Das zuvor herausfordernde Berufsleben wird nun eingetauscht gegen wiederholtes Schnuller-vom-Boden -Aufheben, um ihm dem Kind zu reichen. Erfahrene Eltern wissen, dass dies täglich mindestens 30mal der Fall sein kann. Fehlt auch hier Lob und Wertschätzung, erschöpfen sehr viele Frauen, noch bevor ihr Kind das Kindergartenalter erreicht hat. Es ist nicht die viele Arbeit, es ist das „Nicht-gesehen-werden“.

Das Wir-Gefühl

Ein erfolgreiches Unternehmen zeichnet sich in erster Linie durch ein Wir-Gefühl der dort arbeitenden Menschen aus. Dieses Wir-Gefühl kennen wir, wenn wir an unseren Partner oder unsere Familie denken. Und Männer kennen es auch, wenn sie gefragt werden, wo sie ihr Auto geparkt haben. Denn dann kommt meist die Antwort: Wir stehen im Parkhaus 😊.

Fühlen wir uns emotional verbunden, dann fühlen wir uns auch zugehörig. Diese Energie stärkt das Unternehmen. Und wann fühlen wir uns emotional zugehörig? Natürlich dann, wenn man uns lobt und wertschätzt, wenn wir „gesehen werden“. Wenn wir für die Art geschätzt werden, wie wir uns in einer Firma einbringen. Und nach einiger Zeit der aufrichtigen Wertschätzung vielleicht auch für unser Sein. Dankbare und zufriedene Mitarbeiter können sich aus ihrer Fülle heraus für ein Unternehmen engagieren.

Wenn du eine Führungskraft, ein Lehrer, ein Erzieher, eine Mutter oder ein Vater bist, dann befindest du dich in einer sehr verantwortungsvollen Position! Diese kannst du nutzen, um Impulse zu setzen, die andere unterstützt, ihren Fokus auf das zu lenken, was sie wertschätzen und wofür sie dankbar sind.

Freude zieht Freude an

Glückliche Mitmenschen kommen gut gelaunt zur Arbeit oder in die Schule, sind kreativ und haben Lebensfreude.

Und das kann ja nicht schaden! Auf gar keinen Fall, wenn es um Themen wie Umsatzsteigerung, Effizienz und das Auftreten beim Kunden geht.

Wir ziehen nicht das an, was wir denken, sondern das, was wir empfinden. Freude zieht Freude an.

Erinnern wir uns – Energie folgt der Aufmerksamkeit! Wenn wir Wertschätzung, Dankbarkeit und Freude für einen Auftrag empfinden können, dann kann das die Garantie dafür sein, noch mehr Aufträge zu erhalten. Irgendwann wird das Ganze zum Selbstläufer, inklusive sich immer weiter steigender Glücksgefühle. Wertschätzung bringt immer das hervor, was wertgeschätzt wird.

Wertschätzung und Dankbarkeit gestalten erneut Ereignisse, für die wir Dankbarkeit und Freude empfinden.

Je nachdem in welcher gesellschaftlichen Position du dich gerade befindest, kann es genau diese Energie sein, die Dir zu wirklicher Macht, Größe und Führung verhilft. Genau diese Energie ist es, die dich zum Krieger macht. Und deine Entwicklung dorthin beginnt im Kleinen bei einer Tasse Kaffee und einem Croissant mit Butter und Honig.

Wertschätzung für sich und das Leben selbst

Wenn du nun bereits ein wenig Übung und Erfahrung mit dem Thema Wertschätzung gesammelt hast, möchten wir dich einladen, noch einen etwas größeren Schritt zu gehen.

Wie sieht es eigentlich mit der Wertschätzung für dich selbst aus? Für das, was du tust, für das, was du denkst und für das was du bist?

Das Innere spiegelt sich im Äußeren und das Äußere zeigt dir, wer du im Inneren bist und wie du selbst über dich denkst. Wenn du dich im Inneren wertschätzt, wird es dir auch leichter fallen, andere wertzuschätzen. Für welche deiner Eigenschaften und Fähigkeiten bist du dankbar?

Wir nehmen das Leben oft als selbstverständlich. Jeden Morgen wachen wir etwa zur gleichen Zeit auf und begehen jeden Tag mit der gleichen Routine. Klo, Dusche, Frühstück und dann zur Arbeit oder in die Schule. Dies tun wir oft derart unbewusst, dass wir manchmal im Auto sitzen und uns nicht sicher sind, ob wir die Zähne nun geputzt haben oder nicht.

Unser Kleinhirn macht dies alles auf eine ganz selbstverständliche Weise. Wir starten vollkommen unbewusst in den Tag und toppen das Ganze noch damit, dass wir unbedeutenden Dingen oder Ereignissen viel zu viel Aufmerksamkeit schenken. Das Kilogramm Gewicht, welches seit Weihnachten mehr auf der Waage angezeigt wird und uns aufregt. Der Nachbar, welcher schon wieder seine Mülltonne vor unserer Garageneinfahrt abgestellt hat – ausgerechnet jetzt, wo wir mit dem Auto zur Arbeit müssen und eh schon spät dran sind! Die Schnupfnase, welche schon seit vier Wochen ständig läuft. Die Straßenbahn, welche schon wieder zu spät kommt. Der Mitarbeiter, welcher die Unterlagen für die anstehende Konferenz noch immer nicht fertig hat.

Fokus und Wertschätzung

Wir haben uns antrainiert, oft von Kindesbeinen auf so gelernt und gezeigt bekommen, nur noch das Negative wahrzunehmen. Wir werden defizitorientiert erzogen. In der Schule werden wir anhand der Fehler, die wir machen, bewertet und nicht für das, was wir gut gemacht haben. Meist liegt der Fokus auf etwas Negativem, auf dem, was nicht klappt, was nicht in Ordnung ist.

Dies gilt auch für unseren Körper. Haben wir irgendwo Schmerzen, dann legen wir auch gleich unseren Fokus darauf. Haben wir chronische Schmerzen, wird auch unser Fokus chronisch. Dies kann so weit gehen, dass wir nur noch das erkrankte Körperteil spüren und ganz vergessen, dass es Bereiche an unserem Körper gibt, die gesund und schmerzfrei sind. Wertschätzung ist Trainingssache – Unglücklichsein ebenfalls!

Da gibt es beispielsweise die Geschichte eines Mannes, der unter einer sehr schweren Polyarthritis litt. Jedes Gelenk war entzündet und bereitete ihm schlimme Schmerzen. Nur der kleine Finger der linken Hand war beschwerdefrei. Und aus einem ehrlichen, wertschätzend Impuls heraus legte er seinen Fokus auf das einzige Körperteil, welches nicht wehtat.

Die tägliche Wertschätzung und daraus folgende Dankbarkeit, führten dazu, dass die übrigen Entzündungen nach einiger Zeit abheilten.

Wie sieht es also mit deiner Wertschätzung für dich selbst aus?

Bist du stolz auf dich? Auch wenn du einmal versagt hast? Weil Scheitern einfach zum Leben dazu gehört und es vollkommen okay ist, auch einmal hinzufallen?

Oder machst du dir Gedanken darüber, was die Leute über dich sagen könnten? Wenn du das wunderbare Wesen, welches du bist, wirklich siehst, das Wesen, welches unter allen Schichten des Wollens, Könnens und Müssens steckt, der Mensch hinter den Gedanken, die du über dich selbst hast. Wenn du dieses Wesen wirklich siehst und wertschätzen kannst, dann ist es dir vollkommen egal, was andere von dir halten. Dann kannst du auch das wunderbare Wesen und den wahren Mensch in den anderen sehen.

„Die Schönheit, die du in mir siehst, ist eine Reflexion von dir.“

 

(Rumi)

Woran messen wir das Leben?

Die meisten Menschen denken, dass nur ein glückliches Leben ein erfülltes Leben ist. Haben wir Pech, gelingt uns irgendetwas nicht, führen wir immer wieder die gleichen unglücklichen Beziehungen? Tut uns irgendetwas weh? Dann bewerten wir unser Leben ziemlich schnell negativ.

Was wäre jedoch, wenn wir heute unseren letzten Tag in diesem Leben hätten? Was wäre, wenn wir eine schwere Krankheit hätten und uns nur noch sehr wenig Zeit bliebe? Fühl dich, wenn du magst, einmal für einen Moment in eine solche Situation hinein.

Wenn man Menschen auf dem Sterbebett befragt, was ihnen im Leben wirklich wichtig war, dann kommt fast immer die gleiche Antwort: die Menschen in meinem Leben. Die Liebe für sie. Die Erfahrungen, die ich gemacht habe und die schönen Momente.

Wir kommen ohne alles auf die Welt und müssen bei unserem Tod alles, was wir in unserem Leben an Errungenschaften erreicht haben, zurücklassen. Alles, was uns wirklich erfüllt, ist in uns.

Kannst du Dankbarkeit für deine Lebendigkeit empfinden? Auch wenn dir etwas weh tut oder du dich über irgendetwas ärgerst? Kannst du akzeptieren, wenn sich etwas anders gestaltet, als du es gern möchtest?

Dass er echt ist, dass er echt ist

„…Ich erwart’ nicht viel von diesem Moment

Ich will, dass er perfekt ist, dass er echt ist – dass er echt ist…“

Das Leben, mit allen Empfindungen, die dazu gehören ist immer perfekt, wenn es echt ist.

Dies bedeutet nicht, dass wir allen unerwünschten Ereignissen übermäßig viel Bedeutung zukommen lassen sollen. Es geht hier nicht darum, Schmerzen, Trauer oder anderen Unpässlichkeiten wertzuschätzen.

Es geht vielmehr um die Wertschätzung des Lebens selbst und von allem, was dazu gehört. Die Wertschätzung für das Lebendigsein, für die eigene Existenz. Dies alles darfst du fühlen! Ein Todkranker kann das bald nicht mehr.

Vielleicht magst du dir einmal eine Weile zuschauen. Welche Empfindungen hast du, wo zwickt dich etwas, wo fühlst du dich lebendig und was würdest du am liebsten aus deinem Leben schmeißen? Kannst du diese Dinge einfach nur beobachten, ohne darauf zu reagieren?

Stell dir vor, du wärst in der Lage zu fliegen. Von weit oben schaust du nun auf dein Leben mit allem, was dazu gehört. Je höher du fliegst, desto mehr kannst du sehen. Dies kann dann aussehen wie eines der Wimmelbilder, welche Kinder so lieben. Darauf ist alles zu sehen. Jede Situation deines Lebens. Und du beobachtest nur. Kannst du wertschätzen, was du da siehst? Auch wenn unschöne Dinge auf dem Bild sind?

Wertschätzung und Dankbarkeit

Dies ist Wertschätzung für Fortgeschrittene. Die Wertschätzung, all das erleben zu dürfen. Zu erkennen, dass wir hier sind, um zu empfinden, zu spüren und zu erfahren – egal, ob wir die erlebten Emotionen und Situationen als gut oder schlecht bewerten. Das Leben hat viele Farben. Mit der Wertschätzung jeder einzelnen können wir auch für jede Empfindung und jede Situation dankbar sein.

Mit derartigen Gedanken kommen wir meist nur dann in Kontakt, wenn uns nicht mehr viel Lebenszeit bleibt, wir schwer krank sind und über das Leben selbst reflektieren.

Sich dieser Gedanken auch in gesunden, völlig normalen Tagen bewusst zu sein, kann dabei helfen, das Leben noch einmal ganz anders und vor allem wertschätzend wahrzunehmen.

Noch ein paar praktische Tipps

Eine gute Zeit, über Wertschätzung im eigenen Leben nachzudenken, ist gleich morgens beim Zähneputzen. Dabei kannst du drei Minuten lang innerlich die Dinge aufzählen, für die du dankbar bist. Und wenn du dieses Ritual auf fünf Minuten ausdehnst, freut sich sogar dein Zahnarzt. Bei der abendlichen Zahnhygiene kannst du es dann wiederholen, indem du den Tag Revue passieren lässt und alles auflistest, was gut war.

Wenn du Kinder hast, dann lassen sich Wertschätzungsübungen gut in abendliche Zubettgehrituale einbinden. Dabei könnt ihr gemeinsam noch einmal über alles sprechen, wofür ihr heute dankbar wart. Damit tust du aktiv etwas für eine glückliche Zukunft deines Kindes.

Beginne mit den kleinen Dingen. Schau dich vielleicht erst einmal um, um dir bewusst zu machen, was du alles hast. Und wenn du nichts haben solltest, dann nimm die Sonne wahr, den Regen, den vorbeifliegenden Schmetterling oder die Umarmung eines Freundes.

Beginne den Tag mit deinen Mitarbeitern mit einer Wertschätzungsübung. Besprich die Erfolge und hebe ihre Stärken hervor. Fünf Minuten reichen. Lass dies zur Routine werden.

Gib deinen Mitarbeitern ebenfalls die Gelegenheit, ihrer Wertschätzung Ausdruck zu verleihen. Dabei kann eine Pinnwand hilfreich sein, an welcher jeder ein Post-it mit seinen wertschätzenden Gedanken hinterlässt.

Man kann seine Wertschätzung auch kurz im Vorbeigehen ausdrücken.

Aber echt sollte sie sein! An den Haaren herbeigezogene und aus den Rippen geschnittene Komplimente sind leere Worthülsen ohne Energie.

Die Wertschätzung nimmt mit jedem Tag zu. Es wird immer leichter, Dankbarkeit zu empfinden. Halte durch, auch wenn es dir anfangs schwerfällt. Nach 21 Tagen verselbstständigt sich dieser Prozess.

Wenn du Zeit hast, tue dies schriftlich. Dies ist intensiver und hat den Vorteil, dass du dir nach 21 Tagen die Fülle an wertschätzenden Dingen noch einmal ganz bewusst vor Augen führen kannst.

Wertschätzung ist Balsam für die Seele.

Außerdem bedeutet Wertschätzung Würdigung.

Und zu guter Letzt

Fülle jeden einzelnen Moment in deinem Leben.

Genieße und gestalte ihn.

Wenn du ein Tier hast, dann streichle sein weiches Fell.

Hör auf zu jammern und sieh hin, was dir wirklich wichtig ist.

Leg dein Handy weg und nimm Kontakt zu deinen Mitmenschen auf.

Beobachte die Vögel am Himmel und fühl die Sonnenstrahlen in deinem Gesicht.

Hab Freude am Lernen, an der Entdeckung deines Wesens.

Bereite anderen eine Freude.

Werde zum Krieger für dich, deine Mitmenschen und dein Unternehmen.

Werde selbst zu der Veränderung, die du dir wünschst!

Nun sind wir am Ende des Blogs angekommen. Abschließend möchten wir dir unsere Wertschätzung entgegenbringen. Dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Blog bis zum Ende zu lesen. Wir sind dankbar, für deine Aufmerksamkeit und dass wir uns dir mitteilen durften. Und wir sind voller Freude bei dem Gedanken, dir vielleicht den ein oder anderen Impuls gegeben zu haben, welcher dich auf deiner Lebensreise bereichern wird.

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